PRESS

Presselink zu DOORPUSHER

http://www.spex.de/2014/02/20/lucia-glass-doorpusher/ SPEX Magazin Februar 2014

Presselinks zu SENSATION

Movement and Clothing TRANZIT PAPER Juli 2012

Mode macht Körper ZEIT ONLINE April 2012

Tanz im Neoprenkleid ZEIT ONLINE  | Fotostrecke von Gianni Occhipinti April 2012

Sinnlichkeit und Wow-Effekt DIE WELT  April 2012


Pressestimmen zu THE SOUND OF IT

Thomas Pösl, Künstlerischer Leiter unidram Festival Potsdam

„Intensives Kopfkino, das dem Zuschauer / Zuhörer fein ausbalanciert und soundtechnisch raffiniert so richtig zu Leibe rückt. Hörbilder im besten Sinn, weil der Tonspur das reale Bild verweigert wird. Während einem die Klangszenen wie süßes Gift ins Ohr geträufelt werden, irren die Augen ängstlich umher, so, als ahnten sie schon, welcher Schwindel ihnen am Stückende bevorsteht.“

Katharina Granzin, TAZ vom 11.07.2011 – Auszug

Sehende Ohren: „..Stühle stehen versetzt im Raum, so weit auseinander, dass man bequem dazwischen hindurchgehen kann. Über Kopfhörer wird im Halbdunkel des kargen Saales eine Choreografie akustisch eingespielt. Obwohl man sie lediglich hört, glaubt man sie tatsächlich fast zu sehen, so intensiv ist die räumliche Illusion. Es kostet enorme Willenskraft, sich nicht permanent umzudrehen, da man doch sicher ist, dass direkt hinter einem jemand schlurft, schlabbert, geht, spricht – und einem einmal so plötzlich ins Ohr flüstert, dass fast die gesamte Besatzung vor lauter Erschrecken verlegen kichern muss.

Das Ganze ist auf anregende Weise anstrengend und etwas unheimlich. Warum hat Glass ihre Inszenierung nur so eingerichtet, dass alles hinter dem Publikum stattfindet, frage ich die Choreografin, nachdem alles überstanden ist. So hat man ja nie Gelegenheit, sich zu entspannen, weil man immer auf der Hut vor dem ist, was hinter dem eigenen Rücken geschieht. Die Künstlerin lacht. Nein, erklärt sie, es sei allein das Hirn, das seinem Besitzer vorgaukle, alle Aktion geschehe hinten. „Wenn ich nicht sehen kann, was ich gerade höre, interpretiert es, muss es wohl hinter mir sein.“

DRADIO – Wissen ein Beitrag von Dörte Fiedler

http://wissen.dradio.de/geraeuschtheater-the-sound-of-it.40.de.html?dram:article_id=8124&sid=&random=9a535c

Pressetimme zu THE SETTING

WELT, 07. NOVEMBER 2008

Wo sie den Blick hinlenkt, da lauert die Überraschung

VON IRMELA KÄSTNER

Sie preschen hinter einem schwarzen Vorhang hervor auf die Straße, die in kühnem Schwung über die Bühne führt. Zwei stattliche Männer und eine zierliche Frau rennen, stampfen, keuchen wie aufgescheuchtes Wild auf einer nächtlichen Autobahn. Und verschwinden so unvermittelt, wie sie kamen.

Die Choreografin und Tänzerin Lucia Glass setzt auf Bilder, inszeniert sie mal ausufernd und dann wieder streng minimalistisch, rückt das Spannungsverhältnis von Kontur und Bewegung auf eine Art präzise und phantasievoll in den Fokus, so dass sich an den Schnittstellen geradezu verblüffende Geschichten ereignen.

Man muss mitunter zwar sehr genau hinsehen. Doch versteht es Glass, die mit „The Setting“ die Abschlussarbeit ihrer Residenz am K3-Zentrum für Choreographie auf Kampnagel vorstellt, die Aufmerksamkeit zu bannen. Um das Geheimnis ihrer Kunst zu vertiefen, gießt sie den Inhalt einer Wasserflasche auf den Gummiasphalt, legt sich regungslos an die Pfütze, dass sich ihr Körper im sich ausbreitenden Nass spiegelt, sein Bild aus ihm herauszulaufen scheint. Jeder neue Aufzug erzählt im umspringenden Licht eine eigene Geschichte.

Absurd, schräg, komisch wird es, wenn seltsam schrille Laute weit offen stehenden Mündern entfahren und sich an die Bewegung heften. Knallbunt, exzentrisch modisch und immer wieder anders gekleidet (Kostüme: Sebastian Ellrich) geben die Choreografin und ihre Mitstreiter Andreas Müller und Nils Ulber ein cooles und sich in unterschiedlichen Temperamenten stimmig ergänzendes Team. Das Kino, die bildende Kunst, die zeitgenössische Fotografie dienen Glass, die in Holland Tanz und Performing Arts studiert hat, als Inspirationsquelle.

Nicht allein, um Kunstwerke nachzustellen, sondern um sie auf ihre Strukturen und Wirkungen hin abzuklopfen und dabei neues zu entdecken. Das Stück, entstanden in Hamburg in einer neun Monate währenden Recherche, ist eine Art Lehrstück, obzwar nicht im Sinne des Theaters. Es verschränkt die Gesetze der Komposition von Bild und Bewegung mit denen der menschlicher Wahrnehmung zu einer Choreografie der Blicke.

So präzise Glass hier vorgeht so mutig und extravagant schießt sie über konventionelle Sehweisen hinaus. Die Umzüge geraten am Ende etwas lang, das lähmt den Rhythmus. Doch entschädigt jedes weitere Bild nicht zuletzt durch eine bestechende Ästhetik für etwaige Löcher im Ablauf.